Schluss mit dem morgendlichen Chaos: Wie Kinder lernen, sich selbstständig anzuziehen

Der Albtraum aller Eltern? Kinder aus dem Haus zu bekommen, wenn man irgendwo pünktlich sein muss. Die größte Herausforderung sind die morgendlichen Aufbrüche in den Kindergarten. Sie rennen durch die Wohnung, bereiten das Frühstück vor und müssen sich selbst fertig machen. Stattdessen treiben Sie die Kinder an, sich endlich anzuziehen, suchen die zweite Socke und diskutieren, welcher Rock heute der richtige ist. Ist es nicht an der Zeit, dieses Morgenritual zu ändern? Es wird nicht funktionieren, wenn Sie Ihrem Kind nicht endlich beibringen, sich selbstständig anzuziehen.

Am Anfang sollte man sich bewusst machen, dass dies weniger eine Herausforderung für das Kind ist als für uns Eltern. Und deshalb haben wir drei wichtigste Grundsätze für Sie:

1. Seien Sie geduldig

2. Seien Sie geduldig

3. Seien Sie geduldig

Ja, das ist wirklich das Schwierigste daran. Erinnern wir uns daran, wie oft unser Kind etwas allein schaffen wollte und wir es für ihn erledigt haben, weil es schneller ging. Halten Sie jetzt durch – es lohnt sich! In ein paar Wochen werden Ihre Morgen deutlich entspannter sein!

Üben Sie nicht in Momenten, in denen die Zeit drängt. Sie müssen nicht einmal wirklich irgendwohin gehen – spielen Sie einfach zu Hause. Veranstalten Sie eine Modenschau und ziehen Sie sich immer wieder um. Ziehen Sie Puppen und Stofftiere an. Besorgen Sie ihnen eine kleine Jacke oder einen Pullover, ersetzen Sie kleine Knöpfe durch größere und vergrößern Sie die Knopflöcher.


Ein einfacher Trick zum Üben von Schnürsenkeln

Nehmen Sie eine stabile PET-Flasche und schneiden Sie den oberen Teil ab, damit Sie gut hineingreifen können. Bohren Sie zwei Löcher in den Boden und ziehen Sie einen Schnürsenkel hindurch, sodass die Enden nach außen zeigen. Wenn das Kind sitzt, kann es die Flasche leicht zwischen den Knien halten. So lässt sich das Binden der Schnürsenkel gut üben. Sie können sich hinter das Kind setzen und alles bequem zeigen.

Wie kann man Kindern das Anziehen erleichtern?

  • Wählen Sie zu Beginn Kleidung mit Druckknöpfen und Schuhe mit Klettverschluss.
  • Schon eine Kleinigkeit wie ein T-Shirt mit ausreichend weitem Ausschnitt kann helfen.
  • Markieren Sie die Rückseite von T-Shirts und Hosen, damit das Kind sie immer richtig anzieht. Zum Beispiel mit einem Textilmarker oder einer Stickerei … am besten aber natürlich einfach, schnell und spielerisch! Mit unseren Aufklebern (auf Etiketten), Bügeletiketten oder einem Stempel.
  • Haben kleine Finger Schwierigkeiten, den Reißverschluss zu greifen? Fädeln Sie ein Band oder eine Schnur durch den Zipper oder befestigen Sie einen Anhänger.
  • Endlich die passenden Schuhe gefunden und möchten sie nicht nur wegen der Schnürsenkel aufgeben? Verwenden Sie Schnürsenkel-Stopper. Für besseren Halt können Sie die Schnürsenkel durch ein festes rundes Gummiband ersetzen.
  • Wie erkennt man den rechten vom linken Schuh? Ganz einfach – mit unseren Namensetiketten für Schuhe! Sie kennzeichnen die Schuhe nicht nur mit dem Namen, sondern helfen dank des Bildes auch beim richtigen Anziehen.

Expertentipp für richtiges Schuhwerk: Wenn Schuhe eine so symmetrische Spitze haben, dass Ihr Kind (und vielleicht auch Sie) nicht auf den ersten Blick erkennen kann, wo Platz für den großen Zeh und wo für die kleine Zehenseite ist, sollten Sie sich besser nach anderen umsehen. Eine solche Spitze entspricht nicht der natürlichen Fußform und kann den Füßen eher schaden.


Lernen Sie den Schmetterlings-Trick!

Hat Ihr Kind Schwierigkeiten, eine Jacke oder einen Hoodie anzuziehen? Findet es den zweiten Ärmel hinter dem Rücken nicht? Probieren Sie die moderne Methode und bringen Sie ihm den beliebten Montessori-Coat-Flip, auch Schmetterlingstechnik genannt, bei: Das Kind kniet auf dem Boden und legt die geöffnete Jacke vor sich auf den Boden, mit der Innenseite nach oben, sodass der obere Rand zu ihm zeigt und die Ärmel ausgebreitet sind. Die Jacke liegt also verkehrt herum. Dann beugt sich das Kind nach vorne, steckt die Arme in die Ärmel und schwingt die Jacke über den Kopf auf den Rücken.

Klingt das machbar? Dann ab in die Praxis – morgen früh geht es los!

Beginnen Sie die Vorbereitung schon am Abend

  • Wenn Sie abends mit den Kindern die Spielsachen aufräumen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass sie morgens nicht von herumliegenden Verlockungen abgelenkt werden.
  • Besprechen Sie gemeinsam, wie der Morgen aussehen wird. Wobei soll Ihr kleiner Helfer mithelfen und was schafft er schon allein?
  • Räumen Sie alle anderen Kleidungsstücke weg, sodass nur das Outfit für den Morgen bereitliegt.
  • Wählen Sie die Kleidung bereits am Abend aus und vereinbaren Sie, dass sie morgens nicht mehr gewechselt wird.
  • Stellen Sie den Wecker anfangs etwas früher. So wird Ihre Geduld weniger auf die Probe gestellt und es fällt leichter, dem Kind wirklich Raum für Selbstständigkeit zu geben.

Wie überlebt man die Auswahl des richtigen Outfits?

Meine Damen, sind Sie entsetzt, wenn Ihre Tochter Leopardenmuster mit Karos kombiniert? Sehen Sie darüber hinweg, dass die Auswahl nicht Ihrem Geschmack entspricht. Verschieben Sie modische Erziehung um ein paar Jahre. Beim Thema Kleidung sollte nur eines zählen: dass Ihr Kind möglichst gesund und gut durch den Tag kommt.

Eltern, die wissen, wie man sich das Leben leichter macht, kaufen im Secondhand-Laden viele Kleider, die nicht geschont werden müssen, und lassen ihre kleinen Damen sie notfalls sogar über der Schneehose tragen. Denn im Leben einer Frau gibt es Phasen, in denen Kleider einfach immer gehen müssen!

Vielleicht kennen Sie das auch – im Schrank hängen viele T-Shirts, aber getragen wird nur das eine Lieblingsstück. Und Sie fürchten den Tag, an dem Sie es nicht rechtzeitig gewaschen bekommen. Kaufen Sie einfach zwei identische Teile und sparen Sie sich die Nerven.

Besteht Ihr Kind auf Kleidung, die nicht zum aktuellen Wetter passt? Wenn kein ganztägiger Ausflug geplant ist, lassen Sie es die Konsequenzen seiner Entscheidung spüren. (Mamas halten das natürlich nicht aus und packen die passende Kleidung heimlich in den Rucksack ;-) )

Der Wecker klingelt – heute klappt es!

Zu Beginn empfehlen wir, die drei wichtigsten Punkte vom Anfang dieses Artikels noch einmal zu wiederholen.

Sie wissen bereits, dass Ihr Kind sich anziehen kann. Doch die Bremse am Morgen ist nicht nur die Geschicklichkeit. Eine entscheidende Rolle spielen auch Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, sich ohne Ablenkung auf eine Tätigkeit zu konzentrieren. Entfernen Sie daher alles, was stört – Fernseher, Handy oder verlockende Spielsachen. Lassen Sie Geschwister sich möglichst getrennt fertig machen.

Laufen Sie durch die Wohnung und rufen zwischendurch: „Kinder, nun beeilt euch!“? Dieser Befehl ist vielleicht nicht das, was wirklich hilft… Vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind Sie wahrnimmt, und seien Sie konkret. Sprechen Sie es direkt an, gehen Sie auf Augenhöhe, damit Sie sich ansehen können. Beschreiben Sie genau, was es in diesem Moment tun soll.

Hakt es immer noch?

  • Steigern Sie die Selbstständigkeit Schritt für Schritt. Führen Sie zunächst die Gewohnheit ein, dass das Kind sein T-Shirt selbst anzieht. In der nächsten Woche kommen die Hosen dazu – und bald klappt das komplette Anziehen.
  • Ziehen Sie sich gemeinsam an und ahmen Sie einander nach.
  • Spielen Sie ein Lieblingslied und wetteifern Sie, ob das Kind fertig ist, bevor das Lied zu Ende ist.

Beginnen Sie mit dem Aufbau der Selbstständigkeit Ihrer Kinder und freuen Sie sich auf entspannte Familienmorgen, wie man sie aus der Orangensaft-Werbung kennt … (Nun ja … vielleicht nicht ganz so perfekt, aber es lohnt sich, diesem Bild zumindest ein Stück näherzukommen ;-) )

Ihr Mama Labels Team